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Der "District Six", östlich vom Stadtzentrum unter dem
Devils Peak gelegen, war seit 1867 ein Stadtteil, der
von Menschen unterschiedlicher Rassen und Glaubensrichtungen
bewohnt wurde. Weiße, Schwarze, Coloureds, Inder, Christen,
Moslems und Juden lebten hier gemeinsam in Harmonie und
Eintracht. Sie waren zwar arm, hatte jedoch eines gemeinsam:
Toleranz gegenüber Anders- denkenden und eine gehörige
Portion Gemeinschaftsgefühl und Lebensfreude.
Diese zeigte besonders beim alljährlichen Umzug durch
das Viertel, an dem alle teilnahmen: dem "Coon-Carnival"
(Coon = Nigger). Doch diese friedliche Koexistenz der
Rassen war der konservativen Regierung der Apartheit ein
Dorn im Auge. Nach dem "Group Area Act" von 1958 (jede
Rasse bewohnt einen gesonderten Bereich für sich) wurde
der District Six 1966 zum Weißen-District erklärt und
die Räumung begann.
Bis 1980 war das unselige Werk abgeschlossen: 60.000
Bewohner umgesiedelt, die Häuser von Bulldozern platt
gemacht. Nur die Kirchen und die Moschee wurde, aus Angst
vor Rebellion nicht angerührt. Dieses neu entstandene
Brachland wurde "Zonnebloem" (Sonnenblume) genannt und
mit dem "Technikon" bebaut.
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Der Rest ist heute so wie 1980: ein blutgetränktes Geisterland,
auf dem keiner baut, ein Schandfleck, der an die Unmenschlichkeit
der Apartheits-Politik erinnert.
Das kleine "District-Six-Museum" in der Kirche erinnert
an die vergangene Zeit: auf dem Fußboden ist ein Original-Stadtplan
aufgezeichnet mit den alten Straßennamen und Straßenschildern.
Ehemalige Bewohner sollen Namen und Adressen zwecks Kontaktaufnahme
hinterlassen. Aber der District Six, der damals schon
Toleranz lebte, die das heutige Südafrika propagiert,
existiert nicht mehr. Aus seinen Trümmern wurde die V
& A Waterfront erbaut.
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