Prinz Mangosuthu Buthelezi - Südafrika Interview

Prinz Mangosuthu Buthelezi - Südafrika Interview am Rande der KAS -Konferenz im Vineyard-Hotel von Clairmont in Kapstadt

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Südafrika Interview mit Prinz Mangsuthu Buthelezi

MP PRÄSIDENT DER INKATHA FREEDOM PARTY

   Interview
 
Südafrika History
 
Inkosi Mangosuthu (Gatsha) Ashpenaz Nathan Buthelezi (geboren 27. August 1928) ist ein südafrikanischer Zulu Führer und Leiter der Inkatha Freedom Party (IFP), die er im Jahr 1975 gegründet hat. Er war südafrikanischer Innenminister. Mangosuthu studierte an der Universität von Fort Hare von 1948 bis 1950 das Fach Geschichte, wo er sich der African National Congress Jugendliga anschloss. Er war im Kontakt mit Robert Mugabe und Robert Sobukwe. Bei der Universität wurde er nach einem Studenten Boykott ausgeschlossen. Später schloss er sein Studium an der Universität von Natal ab. Er war Befürworter für ein gewaltfreies Ende der Apartheid.
 
 
 
 
 
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Eva Dölitzsch-Tatzreither

Herzlichen Dank, daß Sie sich am Rande der KAS -Konferenz im Vineyard-Hotel von Clairmont für dieses Interview Zeit genommen haben.

  • Es ist bekannt, daß Sie große Sympathien gegenüber Deutschland hegen. Sie stehen der Konrad-Adenauer-Stiftung nahe und nehmen regelmäßig an deren Konferenzen teil, so wie auch heute. Wie würden Sie Ihre Einstellung zu Deutschland generell definieren?
  Prinz Mangsuthu Buthelezi Kapstadt Südafrika Interview

Mit einem Wort – exzellent! Ich erfreue mich einer langen Freundschaft mit Deutschland, sowohl während der Übergangsjahre, wie auch in Zeiten der Herausforderung und der Verhandlungen und war auch schon häufig dort zu Besuch. Ich habe eine tiefe Wertschätzung für Deutschlands unerschütterliche Unterstützung von Demokratie und Entwicklung in Südafrika. Seit unseren ersten demokratischen Wahlen 1994 hat Deutschland auch eine signifikante Rolle gespielt im Wechsel von der Apartheid zur Demokratie und in der Konsolidierung unserer demokratischen Institutionen. Der Beitrag der Konrad Adenauer Stiftung sticht dabei besonders hervor.

Die deutschen Menschen kennen mich schon seit langer Zeit. Während des Umbruchs habe ich eine gewaltfreie Strategie eingesetzt, um die Apartheid zu bekämpfen und habe dafür einen hohen Preis bezahlt. Während viele innerhalb der internationalen Gemeinschaft feindselig gegenüber meiner Haltung eingestellt waren,  werde ich immer dankbar sein für die Unterstützung, die ich von zahlreichen deutschen Führungspersönlichkeiten erhalten habe, eingeschlossen Herrn Helmut Kohl.

Ich habe mich auch Sanktionen und Disinvestments widersetzt, da ich wußte, daß sie einen immensen Schaden für Handel und Wirtschaft bedeuten und die Ärmsten der Armen am meisten treffen würden, was sich schließlich auch bewahrheitete. Zu dieser schweren Zeit habe ich bewiesen, daß ich ein loyaler Freund Deutschlands war. Die Position, die ich einnahm bedeutete, daß Deutsche Firmen, wie z.B. Mercedes, auch weiterhin in SA investieren und produzieren konnten, während der Apartheid-Ära.

Während meiner politischen Karriere habe ich stets die Prinzipien von Pluralismus und Föderalismus befürwortet, um ein starkes und vereinigtes SA aufzubauen. Die Vorschläge, die die Inkatha Freedom Party in den frühen 1990 vorbrachte, zu den Entwürfen einer Konstitution, hatten das Ziel, daß die Entscheidungen zwischen unseren Provinzen aufgeteilt würden, in gleicher Weise wie es in den ''Ländern'' üblich ist. Ich verbleibe ein großer Bewunderer Deutschlands und aus einer politischen Perspektive betrachtet so glaube ich, ist die große CDU/SPD Koalition, geführt durch Kanzlerin Merkel, ganz richtig für diese Zeit.

  • Wie beurteilen Sie generell die Arbeit Deutscher Stiftungen in Südafrika und im speziellen die der Konrad-Adenauer-Stiftung?

Ich muß der Arbeit von KAS Beifall spenden und auch der Friedrich Naumann Stiftung in SA. Die KAS hat in Partnerschaft mit der Inkatha FP seit 1982, also seit über zwei Jahrzehnten zusammengearbeitet. Sie hat einen soliden und dauerhaften Beitrag zur Demokratisierung von SA geleistet, sowie auch das Verständnis für unser Land vertieft in der globalen politischen Wirtschaft. Für das und vieles mehr sind wir dankbar.

Während die politische Philosophie der Christlichen Demokratie nicht direkt auf südafrikanische Verhältnisse umgesetzt werden kann, hat die KAS kontinuierlich unseren politischen Diskurs durch die Haupt-Prinzipien der Christlichen Demokratie beeinflußt. Das ist schon eine besondere Leistung. Meiner Meinung nach gibt es einen Mangel an Verständnis in der Unterscheidung zwischen Regierungspartei und Staat. Die in der Regierung betonen oft den politischen Partei-Aspekt,  schlagen vor daß die Regierungspartei es ist, die Leistungen und Unterstützung für die Menschen ''zu liefern'' hat, mehr als der Staat. Die wichtige Unterscheidung, die die Christlichen Demokraten zwischen der Rolle der Regierung, dem Staat, der Gesellschaft und dem Individuum machen, ist besonders nachhaltig.

Die SA Politik beinhaltet zur Zeit kein Equivalent zur Christlich Demokratischen Union, nach der sich die IFP ideologisch ausrichten könnte. Nur die IFP, als die größte, hauptsächlich schwarze Oppositions-Partei des Landes, könnte das Zentrum einer zukünftigen Mitte-Rechts Regierung von christlich demokratischer Färbung bilden.

Eine echte Demokratie benötigt eine Alternative zur Regierungspartei: jemand, der eine reale Chance hat mehr Macht zu erlangen. In SA wäre die offensichtliche Alternative eine Mitte-Rechts Formation von christlich demokratischer Art. Das, so glaube ich, bietet der KAS die Möglichkeit eine derartige Entwicklung zu beeinflussen.

  • Sie sind Vorsitzender von HIV/AIDS Charity Organisationen und haben öffentlich über den Tod zweier Ihrer Kinder gesprochen. Südafrika wird auch in der internationalen Presse immer wieder mit AIDS in Verbindung gebracht. Wie sollte man Ihrer Meinung nach hierzulande diese Seuche eindämmen ?

1. Ich glaube, daß wir alle, ob wir Politiker oder Eltern sind, Studenten, Taxifahrer oder Verkäufer, unsere Positionen dazu verwenden sollten, um die Mauern des Stigmas und des Stillschweigens niederzureißen, die die HIV/AIDS Pandemie umgibt. Wir müssen jede Möglichkeit nutzen, um die Wände von Ignoranz und Erkenntnis zwischen ''jenen'' und ''uns'', zwischen infizierten und nicht infizierten Menschen zu beseitigen.

2. Durch Unterstützung der ABC Botschaft.

3. Durch das Fördern von Moral und durch Unterstützung der Jugend,  Achtung gegenüber ihrer körperlichen Integrität zu entwickeln. Ich möchte in der Einstellung zu den Verhütungsmittel nicht so weit gehen wie die Katholische Kirche, aber ich bewundere sie dafür, wie sie Abstinenz und Sittlichkeit hervorheben.

4. Indem wir sichergehen, daß wir den höchstmöglichen Standart an Sexualmedizin bereitstellen, inklusive Zugang zu sexualmedizinischen Gesundheitsvorsorge-Einrichtungen, Verhütungsmitteln und Medikamenten. Information ist Macht.

5. Durch die Versorgung mit Anti-Retrovirals.

  • In früheren Jahren waren Sie bekannt für Ihre antikommunistische Einstellung. Wie sehen Sie die Entwicklung im heutigen China und dessen immer intensiver werdenden Einfluß auf Afrika? Wirtschaftlich, aber auch in der Politik?

Ja, ich lehne den Kommunismus ab! Gott-sei-Dank wurde er ja nachhaltig  bekämpft. Ich bewundere den wirtschaftlichen Fortschritt in China, aber es gibt dort keine Menschenrechte!

Ich habe immer daran geglaubt, daß Chinas ökonomische Expansion eine gute Sache ist und daß möglicherweise eine Großmacht China entstehen wird, vereinigt durch kulturelle Vielfalt und Sprache, und angetrieben von einem gigantischen wirtschaftlichen Kraftwerk. Im heutigen neuen China gibt es diese Anzeichen. Es bleibt zu hoffen, daß dieser wirtschaftliche Aufschwung von einer echten Demokratie gefolgt wird. Wie ich schon oft festgestellt habe: ökonomische Befreiung leitet nahezu immer Demokratie und Freiheit ein. Ich hoffe ernstlich, daß diese Entwicklung sich eventuell auch in China wiederholen wird und dieser entstehenden Supermacht den Zugang zu Handel und diplomatischen Beziehungen mit Afrikanischen Ländern  weist. Das wäre wirklich wichtig.

  • Nelson Mandela nannte Sie einmal den ''most formidablen'' Politiker. Werden Sie auch weiterhin in der Politik SA eine Rolle spielen?

Gott hat mich mit einer großartigen Gesundheit gesegnet. Ich werde auch weiterhin  meiner Wählerschaft dienen, so gut ich es kann. Madiba hat mir dies Kompliment gemacht, wir waren Freunde in unserer Jugend und er weiß, daß ich nicht jemand bin, der mit der Masse mitläuft, wie auch immer ich innerlich fühle, sondern ich bemühe mich meiner Überzeugung zu folgen. Ich werde mein Term zu Ende führen, so lange meine Gesundheit es zuläßt. Aus unserer Konstitution geht ganz klar hervor, wer im Falle meines Rücktritts oder Todes mein Nachfolger wird.

  • NAMIBIA : wie sind Ihre Verbindungen zu Namibia und wie sehen Sie dort den Einfluß der deutschen Bevölkerung auf die Wirtschaft?

Ich kenne Namibia sehr gut, habe es auch mehrmals besucht und lernte seinen ehemaligen Präsidenten im Jahr 1963 kennen. Wir waren beide damals junge Männer, er ist ja in meinem Alter, und wir trafen uns in Kairo auf dem Flughafen, ich war unterwegs nach Kanada. Mr. Sam Nujoma gab mir seine Karte und wir haben uns dann gegenseitig eingeladen.

Der deutsche Einfluß ist eine gute Sache für Namibia, all die Errungenschaften, die wirtschaftlichen Entwicklungen und Beiträge, die von den deutschen Siedlern geleistet wurden und ich hoffe sehr, daß nichts die Beziehung zwischen den deutschen und den afrikanischen Menschen dort stören wird.

Zur Bedeutung der Deutschen für die namibische Wirtschaft kann ich nur ein Wort sagen: unersetzbar!

Exzellenz, herzlichen Dank für Ihre positiven Worte und für dieses ausführliche Interview.

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