Kapstadt Deutscher Botschafter Interview

Kapstadt Deutscher Botschafter Interview mit Generalkonsul Roland Herrmann über die Wirtschaft, Bildung, Verwaltung, Kultur zwischen Deutschland & Südafrika

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Deutscher Generalkonsul Roland Herrmann in Kapstadt - Interview

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Hiermit möchten wir Ihnen den neuen Generalkonsul der Deutschen Botschaft in Kapstadt vorstellen.

Herr Roland Herrmann hat seinen Dienst Ende Juni in der Mutterstadt von Südafrika angetreten.

Sein letztes Amt war im Generalkonsulat in Houston – Texas.

Zuvor arbeitete er in Bombay, Bonn, London, Tel Aviv, Jeddan, Singapur, Bahrain und Chennai als diplomatischer Vertreter der Bundesrepublik Deutschland und vertritt verschiedene Ämter.

 
 
 
 
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WIR STELLEN VOR: ROLAND HERRMANN, neuer Deutscher Generalkonsul in Kapstadt

Aus den Unterlagen des „Geheimen Preußischen Staats-Archivs“ geht hervor, daß es bereits im Jahre 1834 ein Preußisches Konsulat in Kapstadt gab und rund fünfzig Jahre später ein erstes Generalkonsulat.

Nach den beiden Weltkriegen eröffnete die damalige Bundesrepublik Deutschland im August 1952 ihr Kapstädter Konsulat im Bezirk Sea Point.

Ab 1962 war das Deutsche Generalkonsulat 40 Jahre lang in der historischen Queen Victoria Street untergebracht und 2004 erfolgte die Übersiedlung in die Riebeek Street ins “Triangle House“, auch als Safmarine House bekannt.  

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      Lebenslauf

Seit kurzem ist Herr Roland Herrmann Leiter des Generalkonsulats. KAPEXPRESS- Korrespondentin Eva Dölitzsch-Tatzreither sprach mit Herrn Herrmann in seinem Büro.

Herzlich willkommen in Kapstadt, Herr Generalkonsul. Wie lange sind Sie schon am Kap und wie waren bisher Ihre ersten Eindrücke?

  • Südafrika ist mein erster afrikanischer Dienstposten und ich bin seit Ende Juni hier im Land. Vorher war ich in Houston/Texas stationiert. Gleich seit Beginn meines Aufenthaltes war ich sehr beeindruckt von der überwältigenden Landschaft und den gastfreundlichen Menschen, die uns wirklich mit offenen Armen willkommen heißen.

Wie wir erfahren haben, sind Sie eigentlich studierter Mathematiker und Physiker. Wie kommt man da ins Auswärtige Amt und gibt es noch Interesse an den ursprünglichen Themen?

  • Ich versuche neue wissenschaftlichen Entwicklungen noch zu verfolgen, aber natürlich bin ich nicht mehr in Allem auf dem neuesten Stand. Zum Auswärtigen Amt brachte mich vorallem mein großes Interesse an Internationalen Beziehungen und Entwicklungen, sowie natürlich auch eine gewisse Portion Abenteuerlust.

Sie waren vorallem im Nahen und Fernen Osten, und u.a. amtierender Leiter des Südasien-Referates. Wie sehen Sie die momentane politische Entwicklung dort?

  • Bitte erwarten Sie jetzt keine amtliche Stellungnahme von mir, nur ein paar persönliche Bemerkungen.
  • Die politische Situation ist nicht einfacher geworden! Ich hatte 1991-1994 das große Glück, gerade zu dieser Zeit an der Botschaft in Israel zu sein, als die ganze Welt dachte: Jetzt wird es in Zukunft einen stabilen Frieden geben. Rabin und Arafat – das Foto von ihrem Händedruck ging um die Welt! Ich war damals Wirtschafts-Referent der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Tel Aviv. Interessanter Weise war meine erste, sowie auch meine letzte Wirtschafts-Delegation, die ich durch Israel begleiten durfte aus Baden-Württemberg, meiner Heimat. Der große Unterschied war allerdings: wir konnten mit der zweiten, 1994, einen Besuch in Ost-Jerusalem machen! Deutsche, Israelis und Palästinenser gemeinsam an einem Ort, das war so beeindruckend …! Dann kamen mancherlei Rückschläge im Nahost-Friedensprozess, und heute fragen wir uns: wie geht es In Ägypten weiter, in Syrien, im Iran, ….die Sorgen wachsen an allen Seiten.
  • Die Vision ist, daß es endlich zu einer langfristig angelegten, gemeinsam verhandelten Lösung kommt. Und zu einem wirklich stabilen Frieden.

Sie waren 4 Jahre in Singapur zwischen 2000-2004. Wie haben Sie den Aufschwung dort miterlebt?

  • Das Wirtschaftswunder war damals schon in vollem Gange. Früher war Singapur eine Malaria-verseuchte Insel, ohne nennenswerte eigene Ressourcen. Ähnlich wie Deutschland haben sie es dort durch Fleiß, Bildung und Können geschafft, Singapurs Wirtschaft eine dominierende Position zu verschaffen. Vor allem durch den Staatsgründer Lee Kuan Yew, der mit eisernem Willen und Disziplin diesen Aufschwung auslöste. Heute steht Singapur in jeder Hinsicht hervorragend da: jede Menge an Superlativen, eine der größten Raffinierien der Welt, erstklassige Universitäten, modernste Forschung und Industrien etc.

Wie sehen Sie die Schwerpunkte in Ihrem neuen Aufgabenbereich hier am Kap?

  • Vorgefunden habe ich bereits enge und vielfältige Beziehungen zwischen Deutschland und Südafrika. Beispielsweise gibt es seit längerem einen regen Austausch zwischen Bayern und dem Western Cape in den vielfältigsten Bereichen aus Wirtschaft, Bildung, Verwaltung und Kultur. Diese Kontakte sind für beide Länder sehr wichtig. Persönlich bin ich fasziniert von dem Widerspruch dieses Landes: einerseits diese weitentwickelte Wirtschaft und Gesellschaft, andererseits die Armut und Unterentwicklung in den Townships. Gerne trage ich dazu bei, auf den verschiedensten Ebenen von deutscher Seite aus aktive Unterstützung zu leisten.

Dürfen wir abschliessend noch ein paar private Details wissen?

  • Wir haben 4 Kinder, die bei meinen Auslands-Aufenthalten immer mit dabei waren, möglichst in deutschsprachigen Schulen. Die älteste Tochter ist inzwischen bei den Vereinten Nationen tätig.

Wir bedanken uns herzlich für dieses Interview und wünschen Ihnen einen schönen Aufenthalt in Südafrika!

 

Anschrift der Deutschen Botschaft:

19th Floor, Triangle House
22 Riebeek Street
Cape Town
Postanschrift:
P.O. Box 4273
Cape Town, 8000

Telefon: +27 (0) 21 4053 000

Fax: +27 (0) 21 4210 400

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9 – 12 Uhr

 

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