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Am 22. Januar 1901 verließ sie Kapstadt und kam am 24. Januar in Bloemfontein an. Obwohl sie die Sprache Afrikaans nicht beherrschte, verstand sie sich sofort mit den Inhaftierten. Im Lager waren über 2.000 Gefangene, davon 900 Kinder. Die Hungersnot war gross und Wasser nicht ausreichend vorhanden. Der Krieg war nicht zu Ende und immer mehr Gefangene trafen in den Lagern ein.
Die Briten und Buren lieferten sich erbitterte Kämpfe. Die burischen Generäle Smuts, Botha und Hertzog verzeichneten am Anfang des Krieges Erfolge, aber die zahlenmässige Überlegenheit der Briten brachte die Wende im zweiten Burenkrieg. Die Burenrepubliken Oranje-Vrijstaat und Transvaal wurden von ihnen schnell erobert. Aufgrund der Überlegenheit der Briten änderten die Buren ihre Kriegstaktik und starteten einen Guerillakrieg.
Die Engländer antworten mit einem Krieg der verbrannten Erde. Viele Farmer wurden verhaftet und die Häuser samt Farmen einfach abgebrannt. Mit dieser Vorgehensweise wollte man sicher stellen, daß die Resttruppen der Afrikaner keine Unterstützung und Nahrung mehr bekamen. Der Feldmarschall Horatio Herbert Kitchener richtete in verschiedenen Regionen von Südafrika Konzentrationslager ein, wo die burischen Familien untergebracht wurden. Insgesamt waren über Eindrittel der Burenbevölkerung in diesen Camps inhaftiert!
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Anbei eine kleine Aufstellung von den verschiedenen Gefangenenlagern:
Barberton, Heidelberg, Johannesburg, Meintjeskop, Irene & Van der Hoven's Drift bei Pretoria, Klerksdorp, Krugersdorp, Klerksdorp, Mafeking, Potchefstroom, Standerton, Vereeniging, Balmoral, Belfast, De Jager's Drift in Natal, Middleburg, Nylstroom, Pietersburg, Volksrust, Vryburg bei Kapstadt, Bloemfontein, Heilbron, Kroonstad, Norval's Pont, Vredefort Road, Aliwal North, Bethulie, Brandfort, Harrismith, Kromellenboog, Kimberley, Ladybrand, Orange River, Springfontein, Winburg, Pietermaritzburg, Howick, Isipingo, Merebank & Wentworth bei Durban, Colenso, Eshowe, Jacobs, Ladysmith, Mooi River, Pinetown, Port Elizabeth, East London, Kubusi, Uitenhage.
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Die Gefangenen wurde sehr schlecht versorgt und die hygienischen Zustände waren schrecklich. Emily Hobhouse erkannte das grosse Elend und richtete Krankenstationen ein, damit sich der Zustand der Inhaftierten verbesserte. Sie konnte nicht in allen Lagern gleichzeitig helfen und es starben viele Frauen und Kinder in anderen Camps.
Über 26.000 Gefangene starben auf Grund fehlender Ernährung. Krankheiten und Epidemien breiteten sich in den Lagern schnell aus und ein Massensterben setzte ein! Über 22.000 Kinder unter 16. Jahren starben an Masern, Ruhr, Typhuns, Bronchtis, Lungenentzündungen und anderen Krankheiten.
Sie sah nur eine Chance, die englische Presse über dieses grosse Unrecht zu unterrichten und die Politiker des Landes kamen unter Druck. Sie schrieb das Buch: "The Brunt of the War", wo sie über das schreckliche Leben in den Lagern berichtete. Aufgrund ihrer Initiative veränderte sich das Leben der Burenfamilien in den Camps und viele konnten die Lager verlassen.
Falls Sie bei Ihren Reisen in Südafrika die Stadt Bloemfontein besuchen sollten, so können Sie den Hochzeitsschleier von Emily Hobouse im Büro der Oranje Vrouevereniging als Andenken an ihre grossen Taten besichtigen. Das spätere Leben von Emily war auch nach dem Krieg mit Südafrika eng verbunden. Sie starb am 26. Oktober 1926 in England. Ihre Asche fand ihre letzte Ruhstätte in einer Nische an der Frauenklinik Memorial in Bloemfontein.
Nach dem Ende des Krieges und den Folgejahren wanderten viele Burenfamilien aus Südafrika aus. Grosse burische Gemeinden finden Sie in der heutigen Zeit in Australien, Neuseeland und Großbritannien.
Der Mord an über 22.000 Kindern in den Konzentrationslagern ist bei vielen Afrikanern jedoch bis in der heutigen Zeit nicht in Vergessenheit geraten!
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